Kurzüberblick
- Was ist eine ISO Zertifizierung? - Eine unabhängige Bewertung, ob beispielsweise das Qualitätsmanagement eines Unternehmens die Anforderungen einer bestimmten ISO‑Norm erfüllt
- Für welche Länder ist sie relevant? - Für Geschäftsbeziehungen in Russland, Belarus, Kasachstan, Armenien und Kirgisistan
- Wann wird sie benötigt? - Wenn Kunden, Ausschreibungen oder bestimmte Konformitätsverfahren einen entsprechenden Nachweis verlangen
- Ersetzt ISO die EAC Zulassung? - Nein, eine Managementsystemzertifizierung ersetzt keine vorgeschriebene Produktzulassung
- Wie läuft die Zertifizierung ab? - Festlegung des Geltungsbereichs, Vorbereitung des Systems, Audit, Zertifizierungsentscheidung und regelmäßige Überwachung
- Wovon hängen die Kosten ab? - Von der Norm, der Unternehmensgröße, den Standorten, den Tätigkeiten und dem erforderlichen Auditaufwand
Konkrete nächste Schritte
- Stellen Sie vorhandene ISO‑Zertifikate einschließlich ihrer Anlagen zusammen
- Beschreiben Sie Ihre Tätigkeiten, Produktionsstandorte und vorgesehenen Absatzländer
- Lassen Sie sich die Anforderungen Ihres Kunden oder der Ausschreibung schriftlich bestätigen
- Klären Sie, ob der Nachweis für eine Lieferantenfreigabe oder für ein bestimmtes EAC‑Verfahren benötigt wird
- Prüfen Sie Geltungsbereich, Zertifikatsstatus und Anforderungen an die Zertifizierungsstelle
- Lassen Sie erst danach den erforderlichen Umfang einer zusätzlichen Zertifizierung bestimmen
Glossar / wichtige Begriffe
- ISO - Internationale Organisation für Normung; sie entwickelt Normen, stellt aber selbst keine Zertifikate aus
- ISO 9001 - Internationale Norm mit Anforderungen an Qualitätsmanagementsysteme
- Managementsystem - Zusammenwirken von Prozessen, Zuständigkeiten und Maßnahmen zur Steuerung einer Organisation
- Zertifizierung - Bestätigung durch eine unabhängige Stelle, dass festgelegte Anforderungen erfüllt sind
- Akkreditierung - Formelle Bestätigung der Kompetenz einer Konformitätsbewertungsstelle für bestimmte Tätigkeiten
- Geltungsbereich - Die im Zertifikat erfassten Tätigkeiten und Standorte
- EAWU - Eurasische Wirtschaftsunion mit Armenien, Belarus, Kasachstan, Kirgisistan und Russland
- EAC - Eurasian Conformity; Konformitätszeichen für Produkte nach den einschlägigen Technischen Regelwerken
- TR ZU / TR EAWU - Technische Regelwerke der Zollunion beziehungsweise Eurasischen Wirtschaftsunion
- GOST R ISO - Bezeichnung einer russischen nationalen Übernahme einer ISO‑Norm
ISO Zertifizierung für EAWU Staaten
Mit ISO‑Zertifizierung ist im Geschäftsverkehr häufig die Zertifizierung eines Managementsystems gemeint. Eine unabhängige Zertifizierungsstelle bewertet beispielsweise, ob das Qualitätsmanagement eines Unternehmens die Anforderungen der ISO 9001 erfüllt. ISO selbst entwickelt Normen und stellt keine Zertifikate aus. Die Zertifizierung erfolgt durch externe Stellen (Quelle).
Der Nachweis bezieht sich auf den im Zertifikat beschriebenen Geltungsbereich und die erfassten Standorte. Ein Zertifikat für den Handel mit Maschinen bestätigt deshalb nicht automatisch ein Qualitätsmanagementsystem für deren Entwicklung und Herstellung. Die Formulierung „ISO‑Zertifizierung für die EAWU“ bezeichnet kein einheitliches zusätzliches Zulassungsverfahren. Zunächst muss geklärt werden, welche Norm, welcher Zertifikatsumfang und welche Anerkennungsbedingungen im konkreten Projekt verlangt werden.
Ist eine ISO Zertifizierung für den Export verpflichtend?
Eine allgemeine Pflicht zur ISO‑9001‑Zertifizierung allein aufgrund einer Lieferung in einen EAWU‑Staat lässt sich nicht ableiten. Zu unterscheiden sind drei Situationen:
Anlass | Bedeutung für das Unternehmen |
|---|---|
Kundenanforderung | Der Auftraggeber verlangt ein zertifiziertes Managementsystem als Voraussetzung für die Zusammenarbeit |
Ausschreibung oder Lieferantenqualifizierung | Die Vergabeunterlagen legen fest, welche Nachweise und Zertifizierungsstellen akzeptiert werden |
Produktbezogenes Konformitätsverfahren | Das anwendbare Regelwerk und das gewählte Schema können einen bestimmten Managementsystemnachweis vorsehen |
Praktische Empfehlung: Lassen Sie sich die Anforderung schriftlich geben. Die Aussage „Wir benötigen ISO für den Import“ ist für eine belastbare Verfahrensplanung zu ungenau. Benötigt werden mindestens die Norm, der verlangte Geltungsbereich und der Verwendungszweck. So lässt sich vermeiden, dass ein zusätzlicher Nachweis bestellt wird, obwohl das vorhandene Zertifikat bereits die Kundenanforderung erfüllt.
ISO Zertifizierung und EAC Zulassung im Vergleich
Merkmal | ISO‑Managementsystemzertifizierung | EAC‑Konformitätsbewertung |
|---|---|---|
Gegenstand | Managementsystem einer Organisation innerhalb eines definierten Geltungsbereichs | Bestimmte Produkte und deren Übereinstimmung mit anwendbaren Technischen Regelwerken |
Grundlage | Beispielsweise ISO 9001 oder ISO 14001 | Einschlägige TR ZU beziehungsweise TR EAWU |
Ergebnis | Managementsystemzertifikat | Je nach Verfahren beispielsweise EAC‑Zertifikat oder registrierte EAC‑Deklaration |
Zentrale Prüfung | Organisation, Prozesse und deren wirksame Umsetzung | Erfüllung der einschlägigen Produktanforderungen |
EAC‑Kennzeichnung | Allein keine Berechtigung | Nach Erfüllung der anwendbaren Anforderungen und Abschluss des vorgeschriebenen Verfahrens |
Ein Hersteller kann ein gut funktionierendes Qualitätsmanagementsystem besitzen und trotzdem zusätzliche Produktprüfungen für den Export benötigen. Umgekehrt ist ein einzelner Produktnachweis keine Zertifizierung sämtlicher Unternehmensprozesse.
Welche ISO Normen kommen infrage?
Die Auswahl sollte sich am Geschäft und an den Anforderungen der Auftraggeber orientieren. Die wichtigsten Themen lassen sich wie folgt einordnen:
Norm | Schwerpunkt | Möglicher betrieblicher Anwendungsbereich |
|---|---|---|
ISO 9001 | Qualitätsmanagement | Entwicklung, Produktion, Handel und Dienstleistungen |
ISO 14001 | Umweltmanagement | Umweltaspekte von Standorten und betrieblichen Tätigkeiten |
ISO 45001 | Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit | Arbeitsbedingungen und betrieblicher Arbeitsschutz |
ISO 22000 | Management der Lebensmittelsicherheit | Unternehmen innerhalb der Lebensmittelkette |
ISO/IEC 27001 | Informationssicherheitsmanagement | Schutz von Informationen und Steuerung entsprechender Risiken |
ISO 50001 | Energiemanagement | Energieeinsatz und Verbesserung der energiebezogenen Leistung |
Die Übersicht begründet keine allgemeine Zertifizierungspflicht für die genannten Branchen. Bei der Beauftragung müssen die maßgebliche Normausgabe, Änderungen und geltende Übergangsfristen festgelegt werden. Die bloße Angabe „ISO 9001“ oder „ISO 14001“ auf einer Bestellung genügt dafür nicht immer.
Welche Rolle spielt ISO 9001?
ISO 9001 legt Anforderungen an ein Qualitätsmanagementsystem fest. Im Mittelpunkt stehen nachvollziehbare Prozesse und die Fähigkeit, Kundenanforderungen sowie einschlägige gesetzliche und behördliche Anforderungen verlässlich zu erfüllen. Für Exportprojekte ist ein solches System besonders nützlich, wenn mehrere Abteilungen an einer Lieferung beteiligt sind. Vertrieb, Konstruktion, Einkauf, Produktion und Versand benötigen einen gemeinsamen Informationsstand.
Ein sinnvoller interner Ablauf kann beispielsweise sicherstellen, dass:
- Die bestellte Ausführung eindeutig beschrieben ist
- Lieferanten nach nachvollziehbaren Kriterien ausgewählt werden
- Änderungen an Bauteilen und Zeichnungen kontrolliert erfolgen
- Prüfungen und Freigaben dokumentiert werden
- Reklamationen untersucht und Korrekturmaßnahmen verfolgt werden
Diese Arbeitsweisen können die Vorbereitung der EAC‑Unterlagen erleichtern. Sie ersetzen jedoch nicht die Prüfung, welche Dokumente und Prüfungen das konkrete Produktverfahren verlangt.
Wann ist ein Managementsystemnachweis für EAC relevant?
Ein konkretes Beispiel bietet TR ZU 010/2011 über die Sicherheit von Maschinen und Ausrüstungen. Beim darin beschriebenen Deklarierungsschema 6d ist ein zertifiziertes Managementsystem Bestandteil des Verfahrens.
Der Regelwerkstext verlangt hierfür einen Systemnachweis einer Managementsystem‑Zertifizierungsstelle, die im einschlägigen einheitlichen Register der Zollunion geführt wird. Daneben sieht das Schema unter anderem Produktionskontrolle, Prüfungen in einem akkreditierten Prüflabor und die Registrierung der Deklaration vor.
Daraus folgt: Ein vorhandenes ISO‑Zertifikat ist nicht automatisch für jedes EAC‑Schema ausreichend. Die zuständige Stelle muss prüfen, ob Aussteller, Geltungsbereich, Standorte und Nachweisform die jeweiligen Vorgaben erfüllen. Ebenso wenig bedeutet dieses Beispiel, dass jeder Maschinenexport zwingend eine zusätzliche ISO‑Zertifizierung benötigt. Zuerst ist das zulässige und geeignete Konformitätsschema zu bestimmen.
Wird ein deutsches ISO Zertifikat anerkannt?
Ein in Deutschland ausgestelltes ISO‑Zertifikat kann für die Lieferantenfreigabe oder eine vertragliche Anforderung eines EAWU‑Kunden ausreichend sein. Eine pauschale Anerkennung für sämtliche Ausschreibungen und gesetzlichen Verfahren sollte jedoch nicht zugesagt werden.
Für die Prüfung sind insbesondere folgende Fragen hilfreich:
- Welche Organisation und welche Standorte sind zertifiziert?
- Deckt der Geltungsbereich die tatsächlich ausgeübte Tätigkeit ab?
- Ist das Zertifikat gültig und der Status beim Aussteller nachvollziehbar?
- Welche Akkreditierung besitzt die Zertifizierungsstelle?
- Verlangt der Kunde eine bestimmte nationale Normfassung?
- Gibt es zusätzliche Anforderungen aus dem konkreten Konformitätsverfahren?
Eine Übersetzung kann die Verwendung erleichtern. Sie verändert aber weder den Zertifikatsumfang noch die rechtliche Verwendbarkeit des Nachweises.
Was bedeutet GOST ISO Zertifizierung?
ISO‑Normen können in nationale oder zwischenstaatliche Normenwerke übernommen werden. Ein Beispiel ist GOST R ISO 9001‑2015, die im offiziellen russischen Normenkatalog als Norm für Qualitätsmanagementsysteme geführt wird. Die Bezeichnung muss genau gelesen werden: GOST R kennzeichnet hier eine russische nationale Norm. Daraus ergibt sich keine automatische Pflicht, für jeden Export in die EAWU ein gesondertes russisches Zertifikat zu beschaffen.
Fordert ein Kunde ausdrücklich einen GOST‑ISO‑Nachweis, sollte geklärt werden, ob er eine bestimmte Normfassung, ein bestimmtes Zertifizierungssystem oder lediglich einen verständlichen Qualitätsmanagementnachweis meint. Das kann darüber entscheiden, ob eine vorhandene Zertifizierung genügt oder weitere Schritte notwendig sind.
Wie wichtig ist die Akkreditierung?
Die Akkreditierung betrifft die Kompetenz der Zertifizierungsstelle. Für Stellen, die Managementsysteme auditieren und zertifizieren, ist ISO/IEC 17021‑1 eine zentrale Grundlage. Die DAkkS erläutert hierzu die Anforderungen und bietet Zugang zu den von ihr akkreditierten Stellen (Quelle).
Für die Auswahl empfiehlt sich eine Prüfung des konkreten Akkreditierungsumfangs. Ein allgemeiner Hinweis auf „internationale Akkreditierung“ genügt nicht, wenn die betreffende Norm oder Tätigkeit davon nicht erfasst wird. ISO nennt zur Überprüfung akkreditierter Zertifikate unter anderem IAF CertSearch sowie die direkte Rückfrage bei Zertifizierungs- oder Akkreditierungsstellen (Quelle).
Wichtig für das EAWU‑Geschäft: Eine Akkreditierung ist ein wesentliches Kompetenzmerkmal. Ob ein Zertifikat für ein bestimmtes gesetzliches Verfahren verwendbar ist, muss trotzdem anhand dessen eigener Vorschriften geprüft werden.
Wie läuft die ISO Zertifizierung ab?
Bei einer typischen ISO‑9001‑Erstzertifizierung wird das Managementsystem zunächst vorbereitet und anschließend in einem zweistufigen Audit bewertet. Nach erfolgreichem Abschluss und positiver Zertifizierungsentscheidung wird das Zertifikat ausgestellt. Überwachung und Rezertifizierung gehören zum weiteren Ablauf.
Für die Projektplanung empfiehlt sich folgende Reihenfolge:
- Zweck festlegen: Kundenanforderung, Ausschreibung, Prozessverbesserung oder Einbindung in ein Produktverfahren
- Geltungsbereich bestimmen: Organisation, Tätigkeiten und Standorte eindeutig abgrenzen
- Bestehendes System bewerten: Fehlende Prozesse und Nachweise ermitteln
- Maßnahmen umsetzen: Verantwortlichkeiten klären und die praktische Anwendung dokumentieren
- Audit durchführen: Dokumentation, Umsetzung und Wirksamkeit bewerten lassen
- Abweichungen bearbeiten: Erforderliche Korrekturen und Korrekturmaßnahmen nachweisen
- Zertifizierung aufrechterhalten: Änderungen, Überwachung und Rezertifizierung rechtzeitig steuern
Die Beratung und Vorbereitung sind von der unabhängigen Zertifizierungsentscheidung zu unterscheiden. Ein Zertifikat sollte das tatsächlich angewandte Managementsystem abbilden.
Welche Unterlagen sollten Unternehmen vorbereiten?
Der Umfang hängt von Norm, Unternehmensgröße und Tätigkeiten ab. Für eine erste Projektprüfung sind typischerweise folgende Informationen hilfreich:
- Unternehmensdaten und Übersicht der Standorte
- Beschreibung der Produkte und Dienstleistungen
- Angaben zu Beschäftigten, Schichten und ausgelagerten Tätigkeiten
- Gewünschter Zertifizierungsumfang
- Vorhandene Zertifikate und Auditberichte
- Prozessbeschreibungen und Zuständigkeiten
- Ergebnisse interner Audits und Managementbewertungen
- Nachweise zu Schulungen, Prüfungen und Korrekturmaßnahmen
- Konkrete Anforderungen des EAWU‑Kunden oder der Ausschreibung
Die Liste dient der Vorbereitung. Welche dokumentierten Informationen tatsächlich erforderlich sind, ist anhand der jeweiligen Norm und des Systems festzulegen.
Praxisbeispiel eines Maschinenherstellers
Das folgende Beispiel ist fiktiv und dient der Veranschaulichung.
Ein deutscher Hersteller möchte Verpackungsmaschinen an einen Industriekunden in Kasachstan liefern. Sein Werk ist bereits nach ISO 9001 zertifiziert. Der Kunde fordert einen Qualitätsmanagementnachweis und die für die Maschinen erforderlichen EAC‑Dokumente. Zunächst wird geprüft, ob das vorhandene ISO‑Zertifikat Entwicklung und Herstellung der betreffenden Maschinen am tatsächlichen Produktionsstandort abdeckt. Der Kunde bestätigt, dass dieser Nachweis seine Lieferantenanforderung erfüllt.
Parallel wird das EAC‑Verfahren produktbezogen geplant. Falls ein Schema mit besonderen Anforderungen an die Managementsystemzertifizierung in Betracht kommt, wird die Verwendbarkeit des vorhandenen Nachweises gesondert geprüft. Der Hersteller bestellt dadurch keine zweite ISO‑Zertifizierung auf bloßen Verdacht. Gleichzeitig vermeidet er die Annahme, die Kundenfreigabe ersetze bereits die gesetzliche Produktzulassung.
Kosten und Dauer
Ein belastbarer Preis lässt sich erst bestimmen, wenn Norm, Standorte, Beschäftigtenzahl, Tätigkeiten und Auditumfang bekannt sind. Hinzu kommen der Vorbereitungsstand des Managementsystems sowie gegebenenfalls Reise- und Übersetzungsaufwand.
Angebote sollten mindestens folgende Leistungen nachvollziehbar ausweisen:
- Vorbereitung oder Beratung, sofern beauftragt
- Erstzertifizierung einschließlich Auditaufwand
- Bearbeitung und Nachprüfung von Abweichungen
- Überwachungsaudits
- Rezertifizierung
- Reise‑, Übersetzungs- und sonstige Nebenkosten
Die Einführung eines neuen Systems ist zeitlich anders zu planen als die Zertifizierung eines bereits wirksam betriebenen Systems. Eine kurzfristige Dokumentenausstellung allein sagt nichts über die Qualität oder Verwendbarkeit der Zertifizierung aus.
ISO und EAC Anforderungen mit AC Inorms GmbH abstimmen
AC Inorms GmbH unterstützt Hersteller und Exporteure dabei, Kundenanforderungen und EAC‑Verfahren einzuordnen und die benötigten Nachweise aufeinander abzustimmen. Für eine erste Prüfung senden Sie uns Ihr vorhandenes ISO‑Zertifikat einschließlich Anlagen, die Beschreibung Ihrer Produkte und die konkrete Anforderung des Auftraggebers. Daraus lässt sich ableiten, welche Fragen zur Anerkennung geklärt werden müssen und welche zusätzlichen Produktnachweise erforderlich sind.
Eine ISO‑Zertifizierung ist nicht pauschal für jeden Export nach Armenien, Belarus, Kasachstan, Kirgisistan oder Russland vorgeschrieben. Sie kann jedoch durch Kunden, Ausschreibungen oder bestimmte Konformitätsverfahren verlangt werden. Entscheidend sind das Produkt, das gewählte Verfahren und die Anforderungen des Auftraggebers.
Eine ISO‑Managementsystemzertifizierung bewertet beispielsweise das Qualitätsmanagement eines Unternehmens. Die EAC‑Konformitätsbewertung betrifft dagegen die Übereinstimmung bestimmter Produkte mit den anwendbaren Technischen Regelwerken der EAWU. Beide Nachweise haben unterschiedliche Aufgaben und können gleichzeitig erforderlich sein.
Nein. Ein ISO‑9001‑Zertifikat ersetzt weder ein vorgeschriebenes EAC‑Zertifikat noch eine EAC‑Deklaration. Es kann bei bestimmten Verfahren als Bestandteil der Nachweisdokumentation berücksichtigt werden, sofern es die jeweiligen Anforderungen erfüllt.
Ein deutsches ISO‑Zertifikat kann für die Lieferantenfreigabe oder vertragliche Anforderungen ausreichend sein. Eine automatische Anerkennung für sämtliche gesetzlichen Verfahren oder Ausschreibungen besteht jedoch nicht. Zu prüfen sind insbesondere die Zertifizierungsstelle, deren Akkreditierung, der Geltungsbereich und die erfassten Produktionsstandorte.
Nicht allein wegen der unterschiedlichen Absatzländer. Ein Zertifikat kann für mehrere Geschäftsbeziehungen verwendet werden, wenn sein Geltungsbereich passt und die jeweiligen Anforderungen erfüllt sind. Zusätzliche Nachweise können sich aus einzelnen Ausschreibungen oder gesetzlichen Verfahren ergeben.
Die Bezeichnung bezieht sich auf ISO‑Normen, die in nationale oder zwischenstaatliche Normenwerke übernommen wurden. Ein Beispiel ist die russische Norm GOST R ISO 9001‑2015 für Qualitätsmanagementsysteme. Die Forderung nach einem GOST‑ISO‑Zertifikat sollte genau geprüft werden: Sie bedeutet nicht automatisch, dass ein vorhandenes internationales ISO‑Zertifikat unzureichend ist.
Das richtet sich nach Branche und Auftraggeber. Infrage kommen beispielsweise ISO 9001 für Qualitätsmanagement, ISO 14001 für Umweltmanagement und ISO 45001 für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit. Für bestimmte Tätigkeiten können ISO 22000 für Lebensmittelsicherheit oder ISO/IEC 27001 für Informationssicherheit relevant sein.
Nicht grundsätzlich. Ob ein zertifiziertes Managementsystem berücksichtigt wird und welche Produktionsbewertung erforderlich bleibt, bestimmt das jeweilige Technische Regelwerk mit dem gewählten Konformitätsschema. Ein vorhandenes ISO‑Zertifikat führt daher nicht automatisch zum Wegfall eines EAC‑Produktionsaudits.
Bei einer üblichen ISO‑9001‑Zertifizierung beträgt der Zertifizierungszyklus drei Jahre. Währenddessen finden regelmäßig Überwachungsaudits statt. Vor Ablauf ist eine Rezertifizierung erforderlich. Neben dem aufgedruckten Ablaufdatum muss auch der aktuelle Zertifikatsstatus berücksichtigt werden.
Typischerweise werden Angaben zum Unternehmen, zu Standorten, Tätigkeiten und Beschäftigten sowie Unterlagen zum Managementsystem benötigt. Dazu gehören beispielsweise Prozessbeschreibungen, Zuständigkeiten, interne Auditberichte, Managementbewertungen und Nachweise zu Korrekturmaßnahmen. Der genaue Umfang hängt von der Norm und dem Unternehmen ab.
Die Kosten hängen insbesondere von der Norm, der Unternehmensgröße, der Anzahl der Standorte und dem erforderlichen Auditaufwand ab. Auch Vorbereitung, Reisen und Übersetzungen können relevant sein. Für einen aussagekräftigen Vergleich sollten Angebote sowohl die Erstzertifizierung als auch Überwachungsaudits und weitere Nebenkosten enthalten.
Eine ISO‑Managementsystemzertifizierung allein berechtigt nicht zur EAC‑Kennzeichnung. Dafür müssen die einschlägigen Produktanforderungen erfüllt und die vorgeschriebenen Konformitätsverfahren abgeschlossen sein.
Nein. ISO entwickelt und veröffentlicht Normen. Die Prüfung und Zertifikatserteilung übernehmen unabhängige Zertifizierungsstellen. Unternehmen sollten daher vor der Beauftragung klären, wer das Zertifikat ausstellt und ob dessen Nachweis für den vorgesehenen Zweck geeignet ist.