EAC Marktstudie 2026/2027 analysiert über 5,6 Millionen Zulassungen, die Entwicklung des DACH-Marktes, Wachstumsbranchen und Chancen in den EAWU-Staaten.

EAC Zertifizierung Marktstudie 2026/2027

Aktualisiert 6 November, 2026, 15 Min. Lesezeit, Jegor Schatov.

Der weltweite Markt für EAC Zulassungen ist zwischen 2020 und 2025 stark gewachsen. Die Zahl der ausgewerteten Zertifikate und Deklarationen stieg von rund 672.000 auf mehr als 1,15 Millionen pro Jahr. DACH‑Hersteller konnten mit dieser Entwicklung jedoch nicht Schritt halten. Die Marktstudie zeigt, welche Verschiebungen stattfinden, welche Branchen 2027 besonders relevant werden und wo Chancen für europäische Hersteller entstehen.

Das Wichtigste in 60 Sekunden

  • Die Zahl der weltweit erfassten EAC Zulassungen stieg von rund 672.000 im Jahr 2020 auf rund 1,153 Millionen im Jahr 2025
  • Das entspricht einem Wachstum von rund 71,6 % innerhalb von fünf Jahren
  • Im gesamten Zeitraum wurden mehr als 5,69 Millionen EAC Zulassungen ausgewertet
  • Die Zahl der Zulassungen von Herstellern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz blieb mit rund 40.000 bis 43.000 pro Jahr nahezu konstant
  • Der rechnerische Anteil der DACH‑Region am weltweiten Zulassungsvolumen sank von rund 6,0 % im Jahr 2020 auf rund 3,6 % im Jahr 2025
  • Deutschland blieb mit rund 33.000 bis 35.000 Zulassungen jährlich der mit Abstand wichtigste DACH‑Markt
  • Wachstumschancen entstehen insbesondere bei Maschinen, elektrischen Betriebsmitteln, Automatisierung, Chemie, Pharma, Kunststoffen, Metallprodukten und technischer Ausrüstung
  • Kasachstan entwickelt sich zum wichtigsten eigenständigen EAWU‑Zielmarkt für viele europäische Industriehersteller
  • Für 2027 werden Registerqualität, Rückverfolgbarkeit, belastbare Prüfberichte und konsistente Produktdaten wichtiger als die bloße Ausstellung eines Dokuments
  • EAC Konformität und europäische Exportkontrolle bleiben zwei voneinander getrennte Prüfungen

Marktstudie statt allgemeiner EAC Leitfaden

Die EAC Zertifizierung ist für zahlreiche Produkte eine Voraussetzung für den Marktzugang in Armenien, Belarus, Kasachstan, Kirgisistan und Russland. Dazu gehören unter anderem Maschinen, Industrieanlagen, elektrische Geräte, Druckgeräte, explosionsgeschützte Produkte, persönliche Schutzausrüstungen, Fahrzeuge, Bekleidung, Lebensmittel, Kosmetik und chemische Erzeugnisse.

Die vorliegende Marktstudie untersucht nicht in erster Linie den Ablauf eines einzelnen Zertifizierungsverfahrens. Im Mittelpunkt stehen vielmehr die Entwicklung des Zulassungsvolumens, die Position europäischer Hersteller und die Frage, in welchen Ländern und Branchen für 2027 relevanter Bedarf zu erwarten ist.

Die Ergebnisse zeigen eine deutliche Verschiebung: Der EAC‑Zulassungsmarkt wächst insgesamt, während die Zahl der Zulassungen aus der DACH‑Region weitgehend stagniert. Dadurch verlieren deutsche, österreichische und schweizerische Hersteller relativ an Sichtbarkeit innerhalb des Gesamtmarktes.

Methodik und Abgrenzung der Studie

Die quantitative Analyse basiert auf öffentlich zugänglichen EAC‑Registerdaten, die über das EAC Register von AC Inorms GmbH ausgewertet und nach Jahren sowie Herstellerherkunft zusammengeführt wurden. Untersucht wurden registrierte EAC Konformitätsnachweise aus den Jahren 2020 bis 2025. Die Daten umfassen EAC Zertifikate und EAC Deklarationen. Insgesamt wurden mehr als 5,69 Millionen Dokumente in die Zeitreihenanalyse einbezogen.

Für die Interpretation sind folgende Einschränkungen wichtig:

  • Die Anzahl der Zulassungen ist nicht mit der Anzahl der Hersteller oder Produkte identisch
  • Eine Zulassung kann zahlreiche Modelle, Varianten oder Produktreihen abdecken
  • Ein Hersteller kann innerhalb eines Jahres mehrere Zertifikate und Deklarationen besitzen
  • Unterschiedliche Schreibweisen und Konzernstrukturen können die Zuordnung zum Herstellerland beeinflussen
  • Beendete, ausgesetzte oder ersetzte Dokumente können je nach Fragestellung gesondert zu bewerten sein
  • Aus der Zahl der Dokumente lässt sich kein belastbarer Gesamtumsatz des Zertifizierungsmarktes ableiten
  • Für das Gesamtjahr 2026 wird in dieser Ausgabe keine unvollständige Jahreszahl als endgültiger Marktwert ausgewiesen

Die Studie misst daher das registrierte Zulassungsvolumen und dessen Entwicklung. Sie ist keine amtliche Statistik der Eurasischen Wirtschaftsunion und ersetzt keine produktbezogene Konformitätsbewertung.

Entwicklung des weltweiten EAC‑Zulassungsmarktes

Zwischen 2020 und 2025 stieg die Zahl der ausgewerteten EAC Zulassungen deutlich. Nach rund 672.000 Dokumenten im Jahr 2020 wurden 2025 rund 1,153 Millionen Zulassungen erfasst.

Jahr

EAC Zulassungen weltweit

Veränderung zum Vorjahr

2020

672.000

‑

2021

758.000

+12,8 %

2022

962.000

+26,9 %

2023

1.101.000

+14,4 %

2024

1.049.000

‑4,7 %

2025

1.153.000

+9,9 %

Über den gesamten Zeitraum ergibt sich ein Wachstum von rund 71,6 %. Die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate lag rechnerisch bei rund 11,4 %.

Der Rückgang im Jahr 2024 um rund 4,7 % zeigt jedoch, dass sich der Markt nicht linear entwickelt. Veränderungen der Registerpraxis, wirtschaftliche Zyklen, neue regulatorische Anforderungen, geopolitische Entwicklungen und die Verlagerung von Lieferketten können einzelne Jahre deutlich beeinflussen.

2025 wurde mit rund 1,153 Millionen Zulassungen der höchste Wert des untersuchten Zeitraums erreicht. Das spricht dafür, dass die EAC Konformitätsbewertung trotz schwieriger politischer und wirtschaftlicher Rahmenbedingungen ein großer und aktiver Markt bleibt.

DACH‑Region verliert relativ an Marktanteil

Die Entwicklung der DACH‑Region unterscheidet sich deutlich vom weltweiten Trend. Zwischen 2020 und 2025 schwankte die Zahl der Zulassungen deutscher, österreichischer und schweizerischer Hersteller nur zwischen rund 40.000 und 43.000 pro Jahr.

Jahr

DACH‑Zulassungen

Veränderung zum Vorjahr

Anteil am weltweiten Volumen

2020

40.000

‑

6,0 %

2021

43.000

+7,5 %

5,7 %

2022

41.000

‑4,7 %

4,3 %

2023

43.000

+4,9 %

3,9 %

2024

41.000

‑4,7 %

3,9 %

2025

42.000

+2,4 %

3,6 %

Absolut stieg das DACH‑Volumen gegenüber 2020 lediglich um rund 5 %. Gleichzeitig wuchs der weltweite Markt um mehr als 71 %. Der rechnerische DACH‑Anteil sank dadurch von knapp 6,0 % auf rund 3,6 %.

Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass europäische Hersteller ihre bisherigen Märkte vollständig verlassen. 

Es zeigt jedoch, dass Hersteller aus anderen Herkunftsländern wesentlich schneller neue EAC Zulassungen registrieren. Denkbare Ursachen sind:

  • Ausbau lokaler Produktion innerhalb der EAWU
  • Steigender Anteil chinesischer, türkischer und asiatischer Lieferanten
  • Veränderte europäische Exportströme infolge von Sanktionen und Compliance‑Risiken
  • Zurückhaltung europäischer Unternehmen bei neuen Investitionen
  • Nutzung bestehender mehrjähriger Serienzulassungen
  • Ersatz europäischer Produkte durch regionale oder asiatische Lieferanten
  • Verlagerung von Handels- und Lieferstrukturen in zentralasiatische Märkte

Für europäische Hersteller entsteht daraus ein strategisches Risiko: Wer den Marktzugang über Jahre nicht pflegt, verliert nicht nur einzelne Zulassungen, sondern auch Sichtbarkeit bei Importeuren, Planern und industriellen Endkunden.

Deutschland bleibt der wichtigste DACH‑Markt

Deutschland stellt den größten Teil der EAC Zulassungen aus der DACH‑Region.

Jahr

Zulassungen deutscher Hersteller

Anteil Deutschlands am weltweiten Volumen

2020

33.000

4,9 %

2021

35.000

4,6 %

2022

33.000

3,4 %

2023

35.000

3,2 %

2024

33.000

3,1 %

2025

34.000

2,9 %

Die absolute Zahl blieb mit 33.000 bis 35.000 Zulassungen bemerkenswert stabil. Der relative Anteil am weltweiten Volumen sank jedoch von rund 4,9 % auf rund 2,9 %.

Deutschland bleibt insbesondere bei Maschinen, Anlagen, elektrischen Ausrüstungen, Mess- und Regeltechnik, Fahrzeugkomponenten, Chemieprodukten und Spezialausrüstungen ein bedeutendes Herstellerland. Die Daten zeigen aber, dass eine starke industrielle Ausgangsposition nicht automatisch zu wachsendem Zulassungsvolumen führt.

Warum die Zahl der EAC Zulassungen weltweit wächst

Mehrere strukturelle Faktoren unterstützen die Nachfrage nach EAC Konformitätsnachweisen.

Breiter Geltungsbereich der Technischen Regelwerke

Nach Angaben der Eurasischen Wirtschaftsunion wurden 52 Technische Regelwerke verabschiedet. Die EAWU schätzt, dass etwa 85 % der im einheitlichen Produktverzeichnis erfassten Waren durch unionsweite technische Anforderungen abgedeckt werden. Die Konformitätsbewertung betrifft damit einen erheblichen Teil industrieller und verbrauchernaher Produkte.

Zunehmende Formalisierung des Marktzugangs

Register, Zertifizierungsstellen, Prüflabore und Zollprozesse werden stärker digital miteinander verbunden. Unstimmigkeiten zwischen Produktbezeichnung, Herstelleranschrift, Produktionsstätte, Prüfbericht, Zollcode und Kennzeichnung können dadurch leichter erkannt werden.

Wachstum der Industrie in zentralasiatischen EAWU‑Staaten

Kasachstan und Kirgisistan benötigen Maschinen, Anlagen, elektrische Ausrüstung, Komponenten, Baustoffe, Chemieprodukte, Lebensmitteltechnik und Konsumgüter. Neue Industrie- und Infrastrukturprojekte erzeugen Nachfrage nach importierten Produkten und damit nach entsprechenden Zulassungen.

Erneuerung und Verlängerung bestehender Zulassungen

Serienzertifikate und Deklarationen werden häufig mit mehrjähriger Laufzeit registriert. Nach Ablauf müssen Produktumfang, technische Unterlagen, Regelwerke und Prüfgrundlagen erneut bewertet werden. Ein erheblicher Teil des Marktes entsteht deshalb nicht durch vollkommen neue Produkte, sondern durch Verlängerungen und Neuordnungen bestehender Zulassungsportfolios.

Kasachstan als wichtigster eigenständiger Wachstumsmarkt

Für europäische Hersteller ist Kasachstan innerhalb der EAWU besonders relevant. Der Markt verbindet eine wachsende industrielle Basis mit hohem Importbedarf bei Maschinen, Fahrzeugen, elektrischer Ausrüstung, Chemie, Pharma und technischer Messtechnik.

Nach Angaben der Europäischen Kommission belief sich der Warenhandel zwischen der EU und Kasachstan 2025 auf rund 41,4 Milliarden Euro. Die EU exportierte Waren im Wert von rund 10,6 Milliarden Euro nach Kasachstan. Maschinen und Transportausrüstung machten 48,7 % dieser Exporte aus. Chemische und pharmazeutische Produkte erreichten 21,5 %, Lebensmittel und Rohmaterialien 10,8 % und optische sowie andere Instrumente 4,8 %.

Auch die kasachische Industrie entwickelt sich dynamisch. Nach Angaben des kasachischen Statistikamts stieg die Produktion des verarbeitenden Gewerbes von Januar bis September 2026 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 8,6 %. Für Januar bis August 2026 wurden unter anderem folgende Wachstumsraten gemeldet:

  • Maschinenbau +21,2 %
  • Chemische Produkte +27,3 %
  • Pharmazeutische Erzeugnisse +38,9 %
  • Gummi- und Kunststoffwaren +18,5 %
  • Metallerzeugnisse ohne Maschinen und Ausrüstung +33,3 %
  • Lebensmittelproduktion +12,9 %

Diese Entwicklung ist für die EAC Zertifizierung unmittelbar relevant. Wachsende Produktion benötigt importierte Maschinen, Automatisierung, elektrische Komponenten, Messmittel, Druckgeräte, Verpackungstechnik und industrielle Vorprodukte.

Für deutsche Hersteller ist Kasachstan bereits ein bedeutender Absatzmarkt. Die deutschen Ausfuhren nach Kasachstan erreichten 2025 nach Daten der Außenhandelsstatistik rund 2,7 Milliarden Euro. Gegenüber 2021 lagen sie trotz eines Rückgangs gegenüber 2024 weiterhin deutlich höher.

Welche Branchen in Kasachstan besonders interessant sind

  • Maschinen- und Anlagenbau
  • Förder‑, Bergbau- und Aufbereitungstechnik
  • Lebensmittel- und Verpackungsmaschinen
  • Automatisierungs- und Steuerungstechnik
  • Elektrische Betriebsmittel
  • Pumpen, Armaturen und Druckgeräte
  • Chemie- und Labortechnik
  • Pharmazeutische Produktionsausrüstung
  • Metallverarbeitung und Schweißtechnik
  • Energie‑, Wasser- und Umwelttechnik
  • Landwirtschafts- und Verarbeitungstechnik

Kasachstan ist EAWU‑Mitglied. Eine ordnungsgemäß registrierte EAC Zulassung kann daher grundsätzlich für den gemeinsamen EAWU‑Markt verwendet werden, sofern Produktumfang, Antragsteller, Lieferstruktur und technische Anforderungen passen.

Welche Produktbereiche 2027 besonders relevant werden

Maschinen und Industrieanlagen

Für Maschinen und Anlagen bleibt TR ZU 010/2011 eines der wichtigsten Regelwerke. Abhängig von elektrischer Ausrüstung, Drucksystemen und Explosionsgefährdung können weitere Vorschriften hinzukommen.

Besonders relevant sind:

  • Produktionsmaschinen
  • Komplette Fertigungs- und Verarbeitungslinien
  • Verpackungs- und Abfüllanlagen
  • Pumpen und Kompressoren
  • Fördertechnik
  • Werkzeugmaschinen
  • Landwirtschaftliche Maschinen
  • Sondermaschinen und projektbezogene Anlagen

Der Zertifizierungsaufwand steigt, wenn zahlreiche Module, Optionen und eigenständige Komponenten in einem Projekt zusammengeführt werden. Für 2027 ist deshalb nicht nur die Ausstellung des EAC Dokuments, sondern die technische Abgrenzung des tatsächlichen Lieferumfangs entscheidend.

Elektro- und Elektronikprodukte

Elektrische Geräte können gleichzeitig unter TR ZU 004/2011, TR ZU 020/2011 und TR EAWU 037/2016 fallen. Hersteller benötigen konsistente Modelllisten, technische Daten, Prüfberichte, Betriebsanleitungen und Kennzeichnungsentwürfe.

Wachstumspotenzial besteht unter anderem bei:

  • Automatisierungskomponenten
  • Schaltschränken und Steuerungen
  • Stromversorgungen
  • Mess- und Regeltechnik
  • Industrieelektronik
  • Beleuchtung
  • Haushalts- und Gewerbegeräten
  • Informations- und Kommunikationstechnik

Chemie, Farben und Lacke

Mit TR EAWU 053/2026 wurde ein neues Technisches Regelwerk für Farben und Lacke beschlossen. Das verdeutlicht, dass die regulatorische Abdeckung chemischer Produkte weiterentwickelt wird. Hersteller sollten Übergangsfristen, Produktumfang, Kennzeichnung und erforderliche Nachweise frühzeitig prüfen.

Explosionsgeschützte Produkte

Produkte für explosionsgefährdete Bereiche unterliegen TR ZU 012/2011. Wegen des hohen Sicherheitsniveaus bleiben Prüfungen, technische Dokumentation, Produktionsaudit und Inspektionskontrolle besonders wichtig.

Betroffen sein können:

  • Ex‑Motoren
  • Sensoren und Messgeräte
  • Schaltgeräte
  • Leuchten
  • Pumpen und Ventilatoren
  • Komponenten für Öl‑, Gas‑, Chemie- und Bergbauanlagen

Druckgeräte

TR ZU 032/2013 bleibt für Behälter, Rohrleitungen, Armaturen, Kessel und druckhaltende Baugruppen relevant. Die richtige Einstufung hängt unter anderem von Druck, Volumen, Nennweite, Medium und Aggregatzustand ab.

Lebensmittel- und Agrartechnik

Investitionen in lokale Lebensmittelproduktion und Verarbeitung erhöhen den Bedarf an Maschinen, Verpackungsanlagen, Kühltechnik, Laborgeräten und Betriebsmitteln. Neben der Maschinenzertifizierung müssen bei Erzeugnissen mit Lebensmittelkontakt zusätzliche Anforderungen geprüft werden.

Registerqualität wird 2027 zum Wettbewerbsfaktor

Die technische Regulierung der EAWU wird zunehmend digitalisiert. Für Hersteller bedeutet dies, dass ein formal vorhandenes PDF allein keine ausreichende Sicherheit bietet. Entscheidend ist der aktuelle Registerstatus.

Vor einer Lieferung sollten mindestens folgende Angaben geprüft werden:

  • Status des Zertifikats oder der Deklaration
  • Gültigkeitszeitraum
  • Hersteller und tatsächliche Produktionsstätte
  • Antragsteller innerhalb der EAWU
  • Produktbezeichnung und Modelle
  • Technische Regelwerke
  • Zolltarifnummern
  • Prüfberichte
  • Anlagen und Modelllisten
  • Durchführung vorgeschriebener Inspektionskontrollen

Besonders riskant sind allgemein formulierte Produktbeschreibungen, fehlende Anlagen, widersprüchliche Herstelleranschriften und Prüfberichte, deren Produktbezug nicht nachvollziehbar ist.

Verlängerungsmarkt 2027: Bestehende Zulassungen rechtzeitig prüfen

Für Hersteller mit bestehenden EAC Zulassungen sollte 2027 nicht erst am Ablaufdatum beginnen. Eine Verlängerung ist keine automatische administrative Fortschreibung. 

Vor einem neuen Verfahren sollten mindestens folgende Fragen beantwortet werden:

  • Haben sich Produkte, Komponenten oder Softwarestände verändert?
  • Werden dieselben Modelle weiterhin geliefert?
  • Besteht die Produktionsstätte unverändert?
  • Ist der bisherige Antragsteller weiterhin geeignet und erreichbar?
  • Haben sich Technische Regelwerke oder Normenlisten geändert?
  • Sind neue Laborprüfungen oder Prüfmuster erforderlich?
  • Wurden alle Inspektionskontrollen ordnungsgemäß durchgeführt?
  • Entspricht die registrierte Produktbezeichnung der aktuellen Vertriebsstruktur?

Für komplexe Maschinen, Ex‑Produkte, Druckgeräte und große Modellfamilien empfiehlt sich eine Prüfung sechs bis neun Monate vor dem geplanten Ablauf.

Drei Szenarien für den EAC‑Markt 2027 bis 2030

Eine exakte Marktprognose wäre angesichts geopolitischer, regulatorischer und wirtschaftlicher Unsicherheiten nicht belastbar. Sinnvoller ist eine Szenarioanalyse.

Szenario

Erwartete Entwicklung

Auswirkungen für europäische Hersteller

Konservativ

Zulassungsvolumen stagniert oder sinkt zeitweise, Kontrollen nehmen zu

Konzentration auf Bestandskunden, Verlängerungen und rechtssichere Projekte

Basisszenario

Moderates Wachstum durch Ersatzbedarf, Industrieprojekte und Registerdigitalisierung

Stabile Nachfrage bei Maschinen, Elektro, Chemie und technischer Ausrüstung

Wachstumsszenario

Stärkere Investitionen in Kasachstan und Zentralasien, Ausbau lokaler Produktion

Neue Projekte, mehr Serienzulassungen und steigender Dokumentationsbedarf

Wahrscheinlichstes Szenario

Aus heutiger Sicht erscheint das Basisszenario am plausibelsten. Der Gesamtmarkt dürfte aktiv bleiben, aber stärker nach Ländern, Branchen und rechtlicher Zulässigkeit differenziert werden. Wachstum entsteht nicht gleichmäßig in allen EAWU‑Staaten.

Für europäische Hersteller werden Kasachstan und projektbezogene Lieferungen nach Zentralasien wichtiger. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Exportkontrolle, Endverwendungsprüfung, Dokumentation und die Vermeidung von Sanktionsumgehungen.

EAC Konformität ist keine Exportgenehmigung

Ein EAC Zertifikat oder eine EAC Deklaration bestätigt die Konformität mit den einschlägigen technischen Anforderungen der EAWU. Daraus folgt nicht automatisch, dass eine Ware aus Deutschland oder der Europäischen Union ausgeführt werden darf.

Vor einer Lieferung müssen separat geprüft werden:

  • Güterklassifizierung und mögliche Exportverbote
  • Genehmigungspflichten
  • Empfänger und wirtschaftlich Berechtigte
  • Endverwendung und tatsächlicher Einsatzort
  • Vertrags- und Zahlungsstrukturen
  • Transportweg und beteiligte Zwischenhändler
  • Risiko einer Weiterlieferung oder Sanktionsumgehung

Diese Prüfung ist auch bei Lieferungen nach Kasachstan, Kirgisistan oder Armenien erforderlich. Die EAC Zulassung und die Exportkontrollfreigabe sollten als zwei getrennte Projektbausteine dokumentiert werden.

Handlungsempfehlungen für europäische Hersteller

Zulassungsportfolio erfassen

Alle aktiven, ausgesetzten, beendeten und in den nächsten 24 Monaten auslaufenden Dokumente sollten zentral erfasst werden. Dabei müssen auch Anlagen, Prüfberichte, Antragstellerverträge und Inspektionskontrollen berücksichtigt werden.

Länderstrategie festlegen

Unternehmen sollten unterscheiden, ob sie den gesamten EAWU‑Markt bedienen wollen oder gezielt Kasachstan und Kirgisistan priorisieren. Die Auswahl des Antragstellers und die Vertragsstruktur müssen dazu passen.

Produktfamilien technisch neu bewerten

Produkte dürfen nicht allein aus kommerziellen Gründen in einem Zertifikat zusammengefasst werden. Funktion, Konstruktion, Sicherheitsmerkmale und anwendbare Regelwerke müssen eine gemeinsame Bewertung erlauben.

Registerdaten kontrollieren

Vor jeder Lieferung sollte geprüft werden, ob der Registereintrag aktiv ist und den tatsächlichen Lieferumfang abdeckt. Eine gespeicherte Zertifikatskopie ist kein Ersatz für die Statusprüfung.

Verlängerungen frühzeitig planen

Bei komplexen Verfahren sollte die Vorbereitung mindestens sechs Monate vor Ablauf beginnen. Fehlende Muster, geänderte Regelwerke oder ein notwendiger Antragstellerwechsel können erhebliche Vorlaufzeiten verursachen.

Technische Dokumentation harmonisieren

Produktname, Modell, Hersteller, Produktionsstätte, technische Daten und Kennzeichnung müssen in allen Dokumenten übereinstimmen. Das gilt insbesondere für Antrag, Prüfbericht, Betriebsanleitung, technischen Pass, Typenschild und Handelsunterlagen.

Exportkontrolle separat organisieren

Die für EAC verantwortlichen Mitarbeiter sollten eng mit Exportkontrolle, Vertrieb, Logistik und Rechtsabteilung zusammenarbeiten. Die Freigabeprozesse dürfen jedoch nicht miteinander verwechselt werden.

Fazit: Ein wachsender Markt mit sinkendem DACH‑Anteil

Die Zahl der weltweit ausgewerteten EAC Zulassungen stieg zwischen 2020 und 2025 um rund 71,6 %. Die DACH‑Region verzeichnete im gleichen Zeitraum lediglich ein Wachstum von rund 5 %. Dadurch sank ihr rechnerischer Anteil am weltweiten Zulassungsvolumen von rund 6,0 % auf rund 3,6 %.

Die zentrale Erkenntnis lautet deshalb nicht, dass der EAC‑Markt an Bedeutung verliert. Vielmehr verändert sich seine geografische und industrielle Zusammensetzung. Hersteller aus anderen Ländern gewinnen schneller Marktanteile, während viele europäische Unternehmen zurückhaltender agieren.

Für deutsche und europäische Hersteller bestehen dennoch konkrete Chancen. Dies gilt vor allem für Maschinen, Automatisierung, elektrische Ausrüstung, Chemie, Pharma, Lebensmitteltechnik, Druckgeräte und spezialisierte Industriekomponenten. Kasachstan entwickelt sich dabei zum wichtigsten eigenständigen EAWU‑Zielmarkt.

Erfolgreicher Marktzugang erfordert 2027 mehr als ein Zertifikat. Entscheidend sind eine belastbare Produktklassifizierung, konsistente technische Unterlagen, nachvollziehbare Prüfberichte, ein geeigneter Antragsteller, aktuelle Registerdaten und eine getrennte Exportkontrollprüfung.

AC Inorms unterstützt Hersteller und Exporteure bei der Prüfung bestehender EAC Zulassungen, Produktklassifizierung, Auswahl der Technischen Regelwerke, EAC Zertifizierung, EAC Deklarierung, technischen Dokumentation, Laborprüfung, Produktionsaudits und Verlängerung auslaufender Dokumente.

Redaktionelle Quellen und Datenbasis

Hinweis: Diese Marktstudie dient der allgemeinen Information. Sie ersetzt keine rechtliche, exportkontrollrechtliche, zollrechtliche oder technische Einzelfallprüfung. Registerstände, Technische Regelwerke, Normenlisten, Übergangsfristen und Sanktionsvorschriften können sich ändern. Zahlen wurden gerundet. Aus Rundungen können geringfügige Abweichungen entstehen.

Laufen Ihre EAC Zertifikate oder Deklarationen 2027 aus?

Senden Sie uns die Registrierungsnummern oder Ihre aktuelle Dokumentenübersicht. AC Inorms prüft den Registerstatus, den abgedeckten Produktumfang und den voraussichtlichen Aufwand für die Verlängerung oder Neuregistrierung.

Wie groß ist der Markt für EAC Zulassungen?

Im Jahr 2025 wurden in der untersuchten Datenbasis rund 1,153 Millionen EAC Zertifikate und Deklarationen erfasst. Zwischen 2020 und 2025 wurden insgesamt mehr als 5,69 Millionen Zulassungen ausgewertet. Die Zahl der Dokumente ist jedoch nicht mit der Anzahl der Hersteller oder Produkte gleichzusetzen.

Wächst der EAC‑Zertifizierungsmarkt?

Das ausgewertete weltweite Zulassungsvolumen stieg von rund 672.000 Dokumenten im Jahr 2020 auf rund 1,153 Millionen im Jahr 2025. Das entspricht einem Wachstum von etwa 71,6 %. Einzelne Jahre können dennoch rückläufig sein.

Wie entwickelt sich der deutsche EAC‑Markt?

Die Zahl der Zulassungen deutscher Hersteller blieb zwischen 2020 und 2025 mit ungefähr 33.000 bis 35.000 Dokumenten pro Jahr weitgehend stabil. Weil der Gesamtmarkt stärker wuchs, sank Deutschlands rechnerischer Anteil von rund 4,9 % auf rund 2,9 %.

Welche EAWU‑Länder sind für europäische Hersteller besonders interessant?

Kasachstan ist aufgrund seiner Industrieentwicklung, seines Importbedarfs und der hohen Bedeutung europäischer Maschinen, Fahrzeuge, Chemie- und Pharmaprodukte besonders relevant. Die konkrete Attraktivität hängt jedoch von Produkt, Branche, Geschäftspartnern und Exportkontrollanforderungen ab.

Welche Branchen benötigen besonders häufig eine EAC Zertifizierung?

Häufig betroffen sind Maschinen- und Anlagenbau, Elektro- und Elektronikprodukte, Druckgeräte, explosionsgeschützte Ausrüstung, Fahrzeugkomponenten, persönliche Schutzausrüstung, Lebensmittel, Verpackungen, Kosmetik, Chemie und Bekleidung. Ob ein Zertifikat oder eine Deklaration erforderlich ist, ergibt sich aus dem jeweiligen Technischen Regelwerk.

Gilt eine EAC Zulassung automatisch in allen EAWU‑Staaten?

EAC Konformitätsnachweise gelten grundsätzlich in Armenien, Belarus, Kasachstan, Kirgisistan und Russland, wenn sie ordnungsgemäß nach den einschlägigen EAWU‑Regelwerken registriert wurden. Das Dokument muss den tatsächlichen Hersteller, das Produkt und den vorgesehenen Lieferumfang abdecken.

Wann sollte eine EAC Verlängerung begonnen werden?

Einfache Verfahren sollten mehrere Monate vor Ablauf geprüft werden. Bei komplexen Maschinen, Ex‑Produkten, Druckgeräten, Produktionsaudits oder umfangreichen Modellfamilien empfiehlt sich ein Vorlauf von mindestens sechs bis neun Monaten.

Ersetzt ein EAC Zertifikat die Exportkontrollprüfung?

Nein. EAC Konformität und Exportkontrolle sind getrennte rechtliche Prüfungen. Sanktionen, Genehmigungspflichten, Empfänger, Endverwendung, Zahlungsweg und mögliche Umgehungsrisiken müssen unabhängig vom EAC Verfahren geprüft werden.

Dieses Video wurde mit Synthesia erstellt. Avatar und Stimme sind KI‑generiert und dienen ausschließlich der Präsentation. Alle fachlichen, technischen und regulatorischen Inhalte wurden von Spezialisten der AC Inorms GmbH geprüft und vor der Veröffentlichung freigegeben.